Tief im Westen Rügens, zwischen Dreschvitz und Ralow, liegt der alte Weiler Landow. Er befindet sich in einer Niederung an der Landow-Wedde, also einem der zahlreichen Bodden der Insel. Erste Erwähnungen Landows gehen auf das 14. Jahrhundert durch Steuererhebungen zurück, als das ursprüngliche Dorf noch aus ein paar Bauernhöfen bestand und sich im Besitz der Familie von der Osten befand.
Neben Fachwerkbauten wird er vor
allem durch seine durch Kastanien eingehegte Kirche geprägt, dessen Chor um das
Jahr 1400 errichtet sein soll - weitaus jünger sind wohl Sakristei und
Kirchenschiff. Von der ursprünglichen Kirche, der einstigen Fachwerkkirche,
gibt es Überlieferungen. Die heute uns erhalten Gebliebene ist auf Findlingen
errichtet worden - ihr Dach ruht auf dem seit der Dänenzeit bekannten
Backstein.
Ihr markanter Fachwerkturm auf
der Westseite, mit seinen auch durch Backsteine ausgemauerten Fachungen, ist übrigens erst im Jahre 1733 erbaut
worden. Aber: Über vielen anderen Teilen der Baugeschichte liegt noch heute der
„Schleier der Geschichte“. So geben beispielsweise die Wandflächen mit ihren
Gliederungen durch Nischen, Mauerwerksstrukturierungen und Resten alten
Fachwerks Historikern Rätsel auf…
Bedingt durch die Lage der
Landower Kirche an der alten Heringsstraße zu der Vitte hatte sie zunächst eine
erhebliche Bedeutung. Diese verlor sich allerdings im Laufe der Geschichte wie
die Bedeutung des Herings. So verwundert es nicht, dass die letzten Maßnahmen
zum Erhalt auf die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückgehen. Von den folgenden
20er Jahren bis zur DDR-Mangelwirtschaft lebte die Kirche nur von ihrer Bausubstanz.
Dies führte schließlich dazu,
dass sie als einsturzgefährdet galt, aufgegeben werden musste und Teile Ihrer
Ausstattung ausgelagert und für Landow verloren sind. Nur durch eine
Notsicherung in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte ein
Totalverlust abgewendet werden. Wie für viele andere historische Gebäude kam
die Wende aber auch für die Landower Kirche gerade noch rechtzeitig.
Fördergelder und Spenden
ermöglichten so weitere Sicherungsmaßnahmen – nicht nur an Turm, sondern auch
an Dach, Fußboden, Mauerwerk und Fenstern. Das mühsame Ringen um den Erhalt,
das Einwerben weiterer Spenden und Stiftungen erklärt auch den bis heute unfertigen
Zustand des Kircheninneren. So ist beispielsweise die Verschalung der Decke
unvollständig und erlaubt einen Blick bis unter den Dachstuhl.
Auch die Kanzel wartet noch auf
ihre Wiedererrichtung. Von dem ursprünglich in Linden- und Kiefernholz
gefertigten rechteckigen Korb und der Aufgangsbrüstung mit ihren Reliefs sind
nur noch einzelne Bestandteile vorhanden. Diese wieder zusammenzufügen und in
ihren einstigen Glanz zu versetzen, würde dem Gotteshaus ebenso wie der zuvor
erwähnten bemalten Deckenschalung wieder etwas Würde zurückgeben.
Dieses scheint allerdings, bei
all dem Fortschritt, der schon mit Eintritt in die Kirche sichtbar ist, noch
ein langer Weg zu sein. Vorerst lässt sich dieser durch den Eintritt in einen
Förderverein – den Freundeskreis Kirche zu Landow e. V. – und durch Spenden an
diesen verkürzen. Verwiesen sei hier auch auf die zahlreichen Veranstaltungen,
deren Besuch ebenso zur Verbesserung und Belebung der Kirche Landow beitragen.
Weitere Informationen: kirchelandow.de










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